CPA Möckern
Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Adventjugend


Pfingsten 2007

Datum

Lass uns wandern gehen, Pfingsten, in die Sächsische Schweiz, Schlafen auf dem Lilienstein und im Kuhstall , die Bahn bringt uns hin, unsere Füße tragen uns dann weiter, in den Rucksack packen wir Futter, Wasser und Schlafsack- nur wir, nur richtige Männer und Mutter Natur.

Hört sich verlockend an? Dachten wir auch...

Aber allzu schnell vergisst man die eine oder andere Kleinigkeit im Rausch der famosen Vorfreude.
Das Knie, das nach 2 Tagen klar macht, dass es nicht mehr weiter möchte. Der Rücken, der sich hinterhältiger Weise mit den Schultern verbindet und anfängt Signale ans Hirn zu schicken, die fordern, dass mal jemand anders die Last tragen solle.
Nicht zu vergessen sind auch die Füße- nicht nur das sie weh tun- nein sie meinen auch Deo wäre nur was für eitle Achselhöhlen... aber wie bei den meisten Dingen muss man auch hier die Vorteile sehen! Ist doch fantastisch, wenn man nur die Schuhe ausziehen braucht und schon hat man ein ganzes Zugabteil für sich.

Was uns nicht umbringt macht uns stärker!

Unter dieses Motto könnte man unsere Wanderung zusammenfassen.

Am Samstagmorgen fuhren Rieger und die beiden Kunzes von Möckern los und waren um acht Uhr in Leipzig. Marco ist in Bitterfeld hinzugekommen und Henri stieß am Leipziger Hauptbahnhof hinzu.
Um zehn vor neun fuhr unserer Zug nach Dresden ab. Auf der Zugfahrt wurde dann das bevorstehende Projekt sowie die Wanderroute in groben Zügen besprochen und es wurde ein Drehbuch für die zu drehenden Szenen von Three Kings ZwoPunktNull verfasst.
In Dresden angekommen hatten wir 20 Minuten um das Gleis zu wechseln. Pünktlich kam die S-Bahn und schon ging es im überfüllten Waggon in Richtung Tschechien.

Im Kurort Rathen war für uns Endstation und wir setzten mit der Fähre an die andere Flussseite über. Angekommen fassten wir noch schnell eine Bratwurst ab. Gestärkt ging es dann zum ersten Abschnitt der Wanderung, eine Rundtour über die Schrammsteine, um dann wieder in Rathen zu landen. Nach dem anstrengenden zwei Stunden Marsch bergauf und bergab gingen wir endlich in Richtung unseres ersten Nachtlagers- dem Lilienstein.

Bis an den Fuß des Liliensteins war der Weg kein Problem. Unterwegs machte uns jedoch das Wetter Sorgen. Im Westen zogen große graue Wolken auf und der Donner kam immer näher. Das hieß also für uns: Einen Zahn zulegen, um Trocken oben anzukommen. Rieger hatte uns ja gewarnt aber das da so viele Treppenstufen waren, die nach oben führen, überraschte uns dann doch etwas. An diesem Tag war die Erdanziehung irgendwie besonders stark- der Aufstieg hat einigen von uns ganz klar die Nachteile eines faulen Studentenlebens aufgezeigt.
So mussten Rieger und Henri gut 30 Minuten auf den Letzten warten. Zum Glück haben wir es alle im Trocknen nach oben geschafft und fanden während des Gewitters Unterschlupf in der Gaststätte. Diese hat uns dann sofort rausgeschmissen, als es aufhörte zu regnen. Wir hätten schon um fünf Schluss gehabt! heulte der Gastwirt, der scheinbar nichts mehr verdienen wollte, und schloss die Tür hinter uns zu.

Manche Leute muss man nicht verstehen.

Wir entschlossen nach kurzer Diskussion unter dem Vordach der Gaststätte zu übernachten.
Nach dem Abendessen drehten wir noch ein paar Szenen für Three Kings ZwoPunktNull.

Am nächsten Morgen zogen wir um neun vom Lilienstein ab. Pünktlich sind wir dann am S-Bahnhof in Königsstein angekommen. Aber die Deutsche Bahn entschied sich an diesem Tag die Strecke zu erneuern oder irgendwelchen anderen Kram zu machen- auf jeden Fall ist unsere Bahn ausgefallen. Mit uns sind dann dutzende Menschen zur Bushaltestelle getingelt, um auf den SEV zu warten.
Um elf Uhr kamen wir in Bad Schandau an. Als erstes sind wir ins benachbarte Rathmannsdorf zur Aral gegangen um dort unsere leeren Wasservorräte kostenlos aufzufüllen. Danke Aral AG.

Mit 4 Kilogramm mehr auf dem Rücken ging es einmal durch Bad Schandau. Es folgte ein schwerer Aufstieg mit vielen Stufen. Oben angelangt gingen Rieger und Erwin an die Klippen um die Aussicht zu genießen und Fotos zu schießen. Dabei merkten sie nicht das Henri auch das Ende Treppe ereichte und sofort dem rechten Weg folgte- er hatte sie unbemerkt überholt.

Als die beiden Kunzes schließlich auch oben waren wunderten sich alle vier wo den n Henri sei, denn schließlich war er ja die ganze Zeit vor den Kunzes. Plötzlich kam ein Anruf aufs Handy, Henri wars und wollte wissen wie weit denn alle vorgerannt seien... soviel dazu.

Auf dem weiteren Weg zum Kuhstall wurden wieder ein paar Szenen für den nächsten CPA Möckern Film gedreht.

1   Stunden vor dem Kuhstall hielten wir den Hunger nicht mehr aus und mussten erst mal Rasten. Leider hatte man vom Haltepunkt einen wunderbaren Blick auf den Kuhstall- und der schien noch sehr weit weg zu sein. Deswegen mampften wir alle ordentlich Stulle und Brot. Als Nachtisch gab es Nüsse aus Kunzes Sack.

Kurz nach 17 Uhr erreichten wir dann, nach dem letzten Treppenstieg, den Kuhstall. Wie schon beim Lilienstein schloss auch diese Touristenfalle um Punkt 17 Uhr alle Türen. Ein paar von uns schafften es gerade noch schnell auf Toilette, um etwas Wasser zu besorgen. Das war aber nicht genug für den bevorstehenden Abend.
Aus diesem Grund erbarmten sich Rieger, Henri und Erwin und gingen, nach einer ausgiebigen Erkundung des Geländes, in Richtung Wasserfall, einer weiteren Touristenfalle im nahe gelegenen Tal. Diese hatte jedoch bis 22 Uhr offen. Wir kauften mit Schwiegermutter-Anlächel-Gesicht erst einen Schokoriegel und eine Coca Cola um dann ganz nett um kostenloses Wasser für unsere leeren Trinkflaschen zu fragen. Wir stellten erst eine in die Durchreiche, um die Frau nicht zu schocken. Als sie dann um die Ecke ging um die Flasche aufzufüllen, stellten wir rasch alle anderen ins Fenster und machten gute Miene zu bösem Spiel.

Vor dem Anstieg genossen wir erstmal unsere Cola, wuschen uns noch schnell im Fluss und machten uns dann auf den Weg zurück ins Lager. Oben angekommen, wäre erneutes Waschen nötig gewesen.

Wir aßen gemütlich und richteten uns im Anschluss ein geschütztes Nachtlager her.
Am nächsten Morgen drehten wir vor dem Abmarsch noch rasch ein paar wichtige Szenen für den Film. Unser Weg war an diesem Morgen nicht allzu lang. Wir mussten nur wieder zum Wasserfall, um von dort mit der historischen Straßenbahn zurück nach Bad Schandau zu fahren. In Bad Schandau ging es dann wieder einmal durch den ganzen Ort zum Bahnhof.
Am Bahnhof und im Zug in Richtung Heimat ließen wir im Schatten des erklimmten Sandsteingebirges unsere kurze, anstrengende aber sehr schöne Wandertour Revuepassieren.