CPA Möckern
Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Adventjugend


Schottland 2005

03.08. - 17.08.2005

Sommerfahrt nach Schottland
(03.-17.08.2005)
Vom 03. bis 17. August waren 13 Schwäne und "Gast-Schwäne" in Schottland auf dem West Highland Way unterwegs. Nach 10 teilweise sehr anstrengenden Tagesetappen mit bis zu 24km Länge erreichten 7 glorreiche Helden am Freitag, den 12.August, nach 152km das Ziel in Fort William. Die Tage vorher waren von einem Kampf jedes Einzelnen gegen sich selbst, die Naturgewalten und die schwierige Strecke geprägt. Am 10.August forderte dieser Kampf seine größten Opfer, die deshalb den Bus bis Fort William nehmen mußten.

                                               Die Stadtfahne war natürlich auch in Schottland dabei
 
Mehr Fotomaterial findet ihr hier:
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Panoramas


West Highland Way: Der Streckenverlauf





0./1. Tag: Di/Mi, 02./03.August '05 Möckern - Magdeburg - Lübeck - Prestwick - Glasgow - Craiggallian Loch
Mitten in der Nacht am Magdeburger Hauptbahnhof
Schottland und der Pfad der Erleuchtung

Am Anfang war vielen von uns unklar, dass es so schwer werden könnte mal ein paar Tage durch irgendein Land zu schlendern. Gehofft hat man auf gutes Wetter, hier und da ein schöner Ausblick vom Hügelchen oder auch mal ein weißer Sandstrand an einem türkisblauem See. Aber diese herrlich schimmernde Seifenblase sollte schon bald Hollywoodreif explodieren...
 
Wir trafen uns am Dienstagabend in unserem Gruppenräumen. Da unser Zug in Magdeburg zu früher Stunde Abfahrt hatte, entschlossen wir uns unsere Eltern zu schonen und im Pfadihaus zu übernachten.

Herr Nelle, Herr Kunz und Herr Meliß fuhren uns um DREI Uhr nachts zum Magdeburger Hauptbahnhof, pünktlich erreichten wir unseren Zug und fuhren Plangerecht um Vier Uhr mit der DB in Richtung Lübeck. Nach einer Zugfahrt, mit mehr oder weniger Erfolg ein paar Stunden Schlaf zu ergattern, erreichten wir OHNE Verspätung unser Ziel, eilten zum Busbahnhof und fuhren noch das letzte Stück zum Flughafen, um dort unsere Rucksäcke in 15KG Reisegepäck und 10KG Handgepäck (meist eine Schlafsacktasche oder eine Discountertüte) umzuwandeln.
 
Die Flugzeuggeräusche hinter dem Empfangsgebäude trugen dazu bei, dass einige es kaum noch erwarten konnten ins Flugzeug zu steigen und bei anderen lösten sie leichte Flugängste aus, die sich auch als begründet herausstellten sollten.
 
Nachdem alle Rucksäcke, Taschen und Tüten durchleuchtet wurden und Erwin sein Rucksack öffnen musste, weil den Beamten ein paar große Kleinigkeiten am Röntgenbild unklar erschienen, sich aber herausstellte, dass es nur das Beil und die Säge und das Kochgeschirr waren was dem Flughafenpersonal nicht gefiel (das Gesicht der Beamten hättet ihr sehen sollen- der Hammer, das war Erstaunen, Entsetzen, Misstrauen, Sprachlosigkeit und viele ??? in einem), ging es ab zur Waage und danach auf zum persönlichen Check In.

Das war für viele von uns das erste Mal mit einem Metalldetektor. Alle Meindle Schuhbesitzer mussten dann noch zum persönlichen Gespräch und wurden aufgefordert dieselbigen auszuziehen, denn die Metall-Ösen und irgendwas in den Sohlen lies den Metalldetektiv piepen.
Der Herr Kunz war natürlich die Krönung, bei ihm piepte es am ganzen Körper. Aber hinterher ist man immer schlauer, denn nun wissen wir alle auch, dass die Fishermans Friend- Verpackungen eine potentielle Bedrohung für den geregelten Luftverkehr darstellen...
 

Also ab in das kleine Flugzeug hier wurde dann auch die Angst vor dem Fliegen begründet es war wie im 6.Klasse Touristenbus von >>Tschechtours<< es war einfach überhaupt aber auch kein Platz für Erwins lange Beine!! Überlebt hat er es aber trotzdem.
 
In Glasgow gelandet ging es dann ab zum Anfang vom West Highland Way. Wir liefen ca. fünf Kilometer und ließen uns dann an einem schönen See nieder.
Unser erster Lagerplatz am See




 
2. Tag: Do, 04.August 2005 Craiggallian Loch - Garadhban Forest

Nachdem es gleich in der ersten Nacht regnete und uns auch am Morgen noch ein trüber Himmel begrüßte, gab es dann das erste Frühstück auf schottischen Boden. Für die Dauer der Wanderurng gab es nun das Müsli immer nur zusammen mit Milchpulver. An Milch war nicht zu denken. Nachdem einige diese Mischung zum ersten Mal probierten, verging ihnen die ohnehin schon nicht so gute Laune. Beim Abbauen und Zusammenpacken fings dann wieder zu Regnen an, sodass einige Zeltbahnen noch ein bißchen nass wurden. Jeder zog seinen Poncho zum ersten Mal an, der Rucksack wurde geschultert und los gings auf die erste Tagesetappe.

Als wir dann an den ersten Häusern vorbei kamen, wollten wir uns erstmal unsere Wasservorräte auffüllen. Can we get a little bit drinking water? wurde an einem Ferienhaus gegen halb Elf gefragt. Ein Mann noch im Morgenmantel erschien am Fenster und wies uns leicht mürrisch auf einen Wasserhahn am Wegesrand, den wir wohl übersehen hatten. Die paar von uns, die ihre Flaschen auffüllten, mußten nun den Rückstand zu den anderen, die weiter gelaufen waren, wieder herstellen. Was sich als nicht so einfach herausstellt. Es ging über Feldwegen und einer ersten Straße nach Carbeth, von dort dann zwischen zwei alten Steinmauer entlang einen kleinen Anstieg hinauf. Dann mußte über eine Steinmauer geklettert werden und dann gings wieder auf Feldwegen immer leicht bergauf bergab weiter. Für die letzte Gruppe, die ihre Wasservorräte aufüllen mußte, war es dann ab und zu möglich von kleinen Erhebungen über die Wiesen die Spitzengruppe zu sehen. Das Tempo wurde hinten erhöht mit dem Effekt, dass neben einigen andere Wanderer auf dem West Highland Way sowie die langsameren der Spitzengruppe erreicht und überholt wurden.


An einem Weidezaun wurde dann unter einem Baum die erste Rast gemacht. Nach ca. 15 Minuten wurde dann wieder aufgebrochen. Es ging dann entlang von Schafweiden mehrere Kilometer entlang. Einige hundere Meter entfernt, wurde eine Whisky-Distillerie erspäht und auch an einem Caf wurde nicht angehalten. Unter einen Straßenbrücke wurde Brotzeit gemacht. Wurst und Käse hatten wir von Deutschland mitgenommen. Es gab auch noch Bananen. Ein Luxus, den wir später nicht mehr so oft hatten. Es fing dann auch richtig an zu schiffen und wir waren richtig froh im Trockenen sitzen zu können. Irgendwann erreichten diese Brücke auch zwei junge Schwaben, die uns an den nächsten Tagen noch öfter begegnen sollten, ebenso wie eine Gruppe von Rentnern, die wie sich später rausstellen sollte, aus Kanada kamen. Als der Regenschauer dann etwas nachließ, machten wir uns dann auf dem Weg nach Drymen um dort fürs Abendessen einzukaufen. Einige Kilometer ging es nun auf einer Asphaltstraße entlang und es bestand immer die Gefahr, dass ein Auto um die Ecke gesaust kam.

Kurz vor Drymen wurde dann gelagert und eine kleine Gruppe ging zum dortigen SPAR zum einkaufen. Die leeren Trinkflaschen wurden auch noch aufgefüllt und zum Ärger des Großteil der Gruppe wurde weitergelaufen. Sebastian wollte noch einen ihn bekannten Platz zum Zelten im .... Wald erreichen um dort zu zelten. Wie weit isses denn nun noch? Reicht das für heute nicht? Ich kann echt nicht mehr!! war nur noch zu hören. Nur noch bis zum Ende des Waldes, dann haben wir es geschafft!, sagte Sebastian dann. Ein Satz, der fortan das ganze Lager prägte. Denn der Weg durch den Weg zog sich ewig lang hin. Ab und an schien es dann auch als ob der Wald aufhören würde. Alle Teilnehmer wurden langsam entmutigt und demotiviert. Jeder freute sich darauf, endlich am Tagesziel anzukommen, den Rucksack von sich zu schmeißen und sich endlich richtig auszuruhen. 21km waren schließlich für fast keinen ein Pappenstiel. Schlussendlich wurde dann das Ende des Waldes erreicht. Der vorgesehene Platz war dort aber nicht mehr zu finden, da der Wald anscheinend erst einige Wochen vorher abgeholzt wurde. Am Ende des Waldes wurde aber dann auch noch ein schöner Platz zum Zelten mit Blick auf den Loch Lomond und den Conic Hill gefunden.


3. Tag: Fr, 05.August 2005 Garadhban Forest - Rowardenan Aller guten Dinge sind drei, sagt man. Ich aber sage euch dies ist beim wandern nicht so. Der Rücken und ebenso die Füße haben sich nach der äußerst bequemen Nacht auf Ästen und Steinen gedämpft von der tollen Alumatte keinesfalls ausreichend erholt. Alles seufzen half nichts. Sebastian war nicht zu erweichen. Auf ging es zur nächsten Etappe. Unser Hindernis des Tages sollte der höchste Berg der Tour- was glatter Schwindel war, wie wir ein paar Tage später feststellen mussten. Aufbruch war wie jeden Tag etwas hinter der Zeitplanung- so gegen halb elf. Unsere Augen waren starr geradeaus gerichtet, denn der Anblick des gerodeten Waldes war nicht schön. Nichts war von der allgewärtigen Aura des Waldes übergeblieben. Helle Baumstümpfe standen trostlos in dem braunen aufgewühlten Waldboden. Pure Zerstörung- notwendig aber nicht schön anzusehen. Auf dem Weg hinunter ins Tal wurden allen bewusst wie lang der Aufstieg werden wird. der Abstieg wurde uns mit einem wunderschönen Ausblick auf einen großen See versüßt.


An der Talstation angekommen- warteten die Flitzer auf die Nachzügler bei einem gemütlichen Kartenspiel. Nach dem Qualen des Abstiegs entschied sich Evgenij zur Aufgabe. Sein Knie bereitete ihm bei jedem Schritt mit der großen Last auf dem Rücken unerträgliche Schmerzen. Nach langer Diskussion und vergeblichen Versuchen die andere Jugendgruppen aus der Mitteldeutschen Vereinigung zu erreichen, entschied sich Evgenij den nächsten Bus zu nehmen und nach Glasgow zurück zufahren. Große Unlust war in sämtlichen Gesichter zu vernehmen- als der Befehl zum Abmarsch kam. Wieder auf Tour bildeten sich kleine Trüppchen die Schottlands Straßen unsicher machten. Immer wieder musste der Sturmtrupp ermahnt werden regelmäßig Zwangspausen einzulegen um dem verletzten und erschöpften Teilnehmern Zeit zugeben den Abstand zu verkürzen. Unterwegs traffen wir gemütlich an einem See pausierend die zwei Stuttgarter Jim & Beam. Ein kurzer Wortwechsel und weiter ging's. Das vorgegebene Tagesziel, ein See mit Sanitären Anlagen, musste erreicht werden.

Viele Schritte vergangen als Sebastian plötzlich meinte "Hier müsste es gleich kommen." Die Freude war groß- Eric konnte sich plötzlich rennartig bewegen. Die Toiletten mit Wasserspülung wohltuend im Augenwinkel vernommen hieß es erst einmal der geeigneten Lagerplatz ausfindig machen und die Zelte aufbauen bevor die Midges zur Plage werden sollten. Sebastian, Danny und Ich genossen zu später Abendstunde noch ein Bad im erfrischend kühlem See, bevor wir dann fröstelnd in unsere Schlafsäcke verschwanden. Auch die anderen legten sich nieder und freuten sich wieder eine Etappe geschafft zu haben.

 


 
4. Tag: Sa, 06.August 2005 Rowardenan - Rowchoise Bothy
Am Sabbat wurde dann auch erstmal ein halber Ruhetag eingelegt. Jeder konnte gemütlich ausschlafen, denn ein gemeinsames Frühstück gab es nicht. Die Sonne lud zum Baden im See ein. Einige taten dies auch, wuschen ihre schon leicht stinkenden Sachen oder schrieben Postkarten nach Hause. Als wir dann dort noch eine Frisbee fanden, konnten wir sogar gemeinsam damit spielen.
Die Ruhe und Erholung nach 3 Tagen Wandern, tat allen sichtlich gut. An diesem Tag wurde auch schon Mittag gekocht und am Nachmittag sollte es dann auch weitergehen. 8 km entfernt befand sich eine kleine Steinhütte, ein so genanntes Bothy, in welchem wir übernachten wollten. An diesem Tag bildete sich auch zum 1.Mal unsere "Sturmtruppe" heraus, die mit schnellen Tempo vorlaufen sollten, um uns die Hütte zu reservieren. Der West Highland Way verlief für uns die ersten 2km auf einem Forstweg entlang bergauf. Anschließend führten uns Treppenstufen wieder ans Ufer des Loch Lomond zurück. Bis zum Bothy ging es nun bergauf, bergab auf einem kleinen Uferweg über Stock und Stein. Der "Sturmtruppe" erreichte nach knapp 2 Stunden dann die glücklicherweise noch unbelegte Hütte. Eine halbe Stunde später war dann die komplette Gruppe dort versammelt. Die Hütte besaß sogar einen Kamin, für den dann die Jungs Feuerholz machten. Im Wald um die Hütte herum fanden Johannes, Sebastian, Danny und Paul genügend tote Bäume zum fällen. Abends wurde dann über dem Kaminfeuer Tee gekocht. Evgenij meldete sich abends dann auch noch und teilte uns mit, dass er bei einem Arzt war und er ihm von einer Wanderung abriet. Er wollte sich dann auch einen Rückflug buchen, da die Übernachtungen in Glasgow zu teuer wären. Dies war also der entgültige Abschied von Evgenij für unn. Froh waren wir aber, dass es ihm recht gut ging und er keine groen Schmerzen mehr hatte. Letztlich war es für uns alle trotzdem ein schöner Tag. Ein schönes Gefühl für uns war es an diesem Abend auch mal kein Zelt aufbauen zu müssen und im Trockenen zu schlafen. Die Hütte bot uns ein groe saubere Liegefläche auf der fast alle einen Platz zum Schlafen fanden.
 

5. Tag: So, 07.August 2005 Rowchoise Bothy - Beinglas Farm

Es glich einem Wunder, dass wir am nächsten Morgen wieder erwacht sind. Die Luft war noch immer von dem Rauch, welches das Feuer am Vorabend in dem Kamin verursacht hat, durchtränkt. Immerhin hielt der Rauch diese Nacht die Midges von uns fern. So machten wir uns nach dem Frühstück wieder fertig zum Weitermarsch, ohne nicht aber noch vorher auch einen Eintrag in das 'Gästebuch' unserer Unterkunft zu hinterlassen. Der Weg führte hierbei anfänglich durch ein Waldstück, wie man es sich teilweise aus einem Märchen vorstellt. Aber je mehr wir uns von dem 'Hexenhäuschen' in dem tiefen Wald entfernten, desto lichter wurde der Wald. Die Landschaft wurde mehr und mehr zu einem Farnenmeer. Auch an diesem Morgen begleitete uns der wunderschöne Blick auf Loch Lomond, wie wir ihn schon auch die letzten Tage genießen konnten.



Es war ein schöner sonniger Tag und so war heute etwas mehr 'Verkehr' auf unserem Weg. Hierbei trafen wir auch wieder auf die 'Kanadierer'. Wir überholten sie, sie überholten uns. So ging das heute einige Male und so sollte es sich auch in den folgenden Tagen fortsetzen. Unser erstes Etappenziel für den heutigen Tag, das Inversnaid Hotel, erreichten wir dann gegen Mittag. Hier füllten wir dann auch unsere Wasservorräte. Allerdings erfüllte sich unsere Hoffnung nicht, hier auch frisches Brot kaufen zu können. Da half nichts Bitten und Betteln. Die Küchenchefin blieb hart. No bread for guests! Unsere letzten Reste Brot reichten allerdings noch für ein Mittag vor dem Hotel. Dieses Mal wurde allerdings unser 'Thank you Lord' vor dem Essen auch mit Applaus von dort anwesenden Gästen honoriert. Sie staunten nicht schlecht, als auf einmal eine Gruppe aus heiterem Himmel anfing zu singen. Allerdings waren nun unsere Brotvorräte endgültig aufgebraucht und es war ungewiss, ob wir am nächsten Tag noch Brot zum Mittag haben würden oder auf alternative Nahrungsmittel (Müsli, Milchpulver, ...) umsteigen müssten.


Nach einer ausgedehnten Mittagspause, die viele nutzen, um Briefe in die Heimat zuschreiben. Das weitere Tagesziel wurde nicht näher festgelegt. Es ging weiter entlang des Loch Lomonds. Die Landschaft ist dort unbeschreiblich schön und so waren wir auch recht froh, dass uns die Sonne permant küsste. An diesem Tag blieb uns allerdings ein schwerer Aufstieg nicht erspart. Doch wir meisterten auch diese schwere Hürde. Nach vielen Kilometern und mehreren Pausen in schattigen Plätzen erreichten wir dann unser Ziel. Ein gutgepflegter Zeltplatz, den wir allerdings auch mit Schafen teilen mussten. Da auf dem Platz allerdings pro Zelt bezahlt wurde, entschieden wir uns, die zwei Kothen in einer "fachmännischen" Konstruktion zu einer Großkothe zu vereinen. Währenddessen bereitete ein anderer Teil das Abendbrot zu. Zur Abwechslung gab's es mal Nudeln. Die Zeit bis die Nudeln entgültig einen essbaren Zustand erreichten, nutzen derweil einige zum Frisbee spielen, welchen wir zuvor unterwegs gefunden hatten.



Der Shop auf dem Zeltplatz lies dann aber unsere Herzen höher schlagen. Brot, Schokoriegel, Brötchen, Chips, .... Zivilistaion im Überfluss - und das zu "Schnäppchenpreisen". Andere waren derweil endlos von einem anderen Stück Zivilisation begeistert, welches wir dort anfanden: Duschen. 'Wasser aus Wand' ist etwas, was man erst zu schätzen weiß, wenn man es nicht hat. Ein Teil Gruppe schloss den Abend dann an der dortigen Bar ab mit heißen Kakao und anderen Getränken ab.





6. Tag: Mo, 08.August 2005 Beinglas Farm - River Fillan

Nach dem Aufstehen konnten sich einige nicht den Luxus entgehen lassen und genossen ein zweites Mal die schöne Dusche auf der Beinglas Farm. Im kleinen Einkaufsladen der Farm kauften sich einige frische Milch um ihre Ablehnung gegenüber dem Milchpulver zu verdeutlichen. Denn auf der ganzen Wanderung sollte es zum Müsli nur Milchpulver geben, da Milch einfach zu schwer zum Transportieren im Rucksack war.
Geplant war an diesem Tag zunächst bis zur Mittagsrast die ca. zehn Kilometer bis Crianlarich zu laufen um dort im Ort Lebensmittel nachzukaufen. Dabei führte der West Highland Way rechts und links des River Falloch entlang. Auf der alten Militärstraße ging es jedoch trotzdem immer nur auf und ab. Dafür hatten wir wieder mal einen ganzen Tag lang nur Sonnenschein. Unterwegs kamen wir immer mal wieder an einsamen Bauernhöfen vorbei, die teilweise auch sehr verlassen aussahen.
Oberhalb von Crianlarich lagerten wir dann für einige Stunden. Wir Leiter gingen in der Zeit hinunter in den Ort zum Einkaufen. Dort trafen wir auch wieder auf unsere zwei Stuttgarter "Jim & Bean", die dort wieder mal ihre etwas andere Art der Mittagpause pflegten und vor dem dortigen SPAR-Markt herumlungerten.
Mit frischen Lebensmitteln fanden wir uns dann alle oben am Abzweig des West Highland Ways zur Brotzeit ein. Käse, Corned Beef und Putenwurst auf typischen Weißbrot dazu Apfel. Danach konnte jeder dann noch für 30 Minuten ruhen, ehe der zweite Tagesabschnitt bezwungen werden sollte.
Ein spezielles Ziel wurde nicht vorgegeben, nur der Wunsch möglichst weit zu kommen um am nächsten Tag gegen Mittag Tyndrum zu erreichen. So ging es zunächst einen kleinen Hügel hoch und dann durch ein kleines Wäldchen wieder hinunter. Wir kreuzten die Bahnlinie nach Oban und überquerten den River Fillan an dem wir dann auch unser Nachtlager aufschlugen.
Der Koch zauberte zum Abendessen Würstchen, welches serviert wurde mit Mischgemüse, Kartoffelpüree mit einer tiefbraunen Sosse.




7. Tag: Mo, 09.August 2005 River Fillan - Bridge of Orchy

In Arbeit. Erwin, 9.3.





8. Tag: Mo, 10.August 2005 Bridge of Orchy - Victoria Bridge- Kingshouse Hotel

Der Tag beging für einige Betreuer - nein eigentlich nur für Erwin, also mich recht zeitig. Geweckt von einem bekannten Weckruf wurde ich mitten in der Nacht aus meinen Träumen gerissen. Ob es nun am übermäßigen Verzehr von Süßem und an den fetthaltigen Chips lag oder doch an Uncle Bums - Reis... man weiss es nicht genau. An diesem Tag trafen wir die Entscheidung unsere Gruppe zu trennen. Ein Teil der Mannschaft entschloss sich noch einen Tag länger an der Bridge of Orchy zu verweilen und den Tag mit dem Auskurieren und Karten spielen zu verbringen. Am nächsten Tag ging es dann für diesen schwächelnden Trupp mit dem Bus zum Ziel, nach Fort William.

Die verbliebenden tapferen Helden unserer kleinen Geschichte :) machten sich mit der Mittagssonne auf zu einem 21 Kilometer Marsch. Trotz dieses immensen Drucks verweilten wir nach einem Imbiss ganze zwei Stunden in der Nachmittagssonne. Dies war auch dringend notwendig- da es Lukas nicht besonders gut ging und er unbedingt eine Pause benötigte.
Nach dem uns die Sonne lange genug mit ihren wärmenden Stahlen verwöhnte ging es weiter und links sowie rechts am Wegesrand erspähten wir nur Moor und Gras. Kein Baum war in der Nähe um uns Schatten zu spenden.

Die Augen zum Horizont gerichtet ging es für einige von uns nur noch darum den einen Fuss immer vor dem anderen zu setzten und dabei nicht aus dem Rhythmus zu kommen.

Das Ziel in der einsetzenden Dämmerung erkannt, dauert es noch weitere zwei Kilometer bevor wir es endgültig erreichten. Midges begrüßten uns wie immer in Scharren. Auch das und der sehnliche Wunsch in den Schlafsack zukommen liess das Zeltaufbauen schneller als je zuvor ablaufen. Nur die Nudeln wollten einfach nicht gelingen- das Wasser wollte einfach nicht kochen- sehr aldente verspeissten wir sie dann doch. Wie man so schön sagt, der Hunger treibt's rein. Zur Wiedergutmachung und um den harten Tag gemütlich ausklingen zu lassen entschlossen wir uns in die Kneipe im Kingshouse Hotel zugehen auch um die sanitären Einrichtungen zu benutzen, jedoch um in erster Linie an einem liebevoll gestalteten Tisch einen Tee mit Milch und Zucker zu genießen. Wie sollte es anders sein- wir trafen dort natürlich unsere zwei Stuttgarter erneut wieder- in leicht angedruckenen Zustand.

Nach der wärmenden Tasse Tee ging es noch schnell zum Zähneputzen und dann ab in die Koje. Sieben Leute in einer Kothe und trotzdem wurde nur Erwin zerstochen- aber so ist das, wenn man von allen am wenigsten riecht. ;)

Nach ein paar, besser nie erzählten Gute Nacht Geschichten schlief einer nach dem anderen ein und unsere Gedanken waren in dieser Nacht auch bei unseren Kameraden in Fort William und auch in Friedensau.





9. Tag: Mo, 11.August 2005 Kingshouse Hotel - Devils Staircase - Kinlochleven (Blackwater Hostel)

Geweckt durch Mitgesbisse am ganzen Körper und dem dadurch entstanden Bedürfnis sich kratzen zu wollen, wie ein von Flöhen befallender Dackel verlies ich als ersten das Zelt.
Die Sonne hatte das Tal noch nicht unter Kontrolle, deswegen war es recht frisch. Ein kleiner Vogel begrüsste mich zwitschernd, als ich meinen Kopf aus der Kothe hinaushielt um nach den kleinen schwarzen Plagen Ausschau zuhalten. Er blieb noch eine Weile bei uns, kein Wunder wir hatten ja noch genug Nudeln im Topf.




Nachdem alle Schlafmützen geweckt wurden und wir uns ein wenig erfrischt hatten ging es ans Frühstücken. Wieder Müsli mit Wasser, nur wenige von uns konnten sich noch dazu überwinden das Wasser mit Milchpulver zu vermischen. Keine Geschmacksveränderung und die zeit die es in Anspruch nahm es richtig zu machen waren die Gründe hierfür. Als alle Bäuche halbwegs gefüllt waren ging es trotz großer Unlust ans Abbauen, dann noch schnell Zähneputzen und die Wasserreserven auffüllen und schon ging es wieder weiter. Auf zu einem Anstieg, vor dem uns Sebastian gewarnt hatte, "Selbst ich musste damals dort kurz anhalten und verschnaufen!" Das motivierte uns keineswegs.
Auf ging's ... (mehr folgt in Kürze)

In Arbeit. Erwin, 10.3.




10. Tag: Mo, 12.August 2005 Kinlochleven - Fort William


Heute stand die letzte Etappe auf dem Programm. Die 24km bis Fort William waren aber noch eine Herausforderung für die Elitegruppe, die an diesem Tag von Sebastian moralisch unterwegs unterstützt wurden. Er verließ das Basis-Camp in Fort William und fuhr mit dem Bus früh morgens nach Kinlochleven. Die Gruppe wartete schon freudig auf ihn, auch um ihm für die vielen Midges und die schweren Anstiege in den letzten Tag zu danken.

Nachdem alle gefrühstückt hatten wurden dann zum letzten Mal die Rucksäcke für eine Tageswanderung aufgeschnallt. Nachdem wir Kinlochleven verlassen hatten, ging es anfangs auf einem kleinen Pfad steil bergauf auf so eine Art Hochebene, die links uns rechts von Munros gesäumt war. Die jetzt 8 köpfige Gruppe teilte sich in mehrere kleinere Grüppchen auf. An einigen waren die Strapazen der letzten Tage nicht spurlos
vorrüber gegangen.

Auf dieser Hochebene begegneten wir nur vielen Wanderern und einigen Schafen, es kam kein Haus, kein Strauch, kein Baum. Als wir dann doch endlich mal eine verlassene Hütte erreichten wurde dies gleich dazu genutzt ein Gruppenfoto zu schiessen. Bevor es dann von der Hochebene in den Wald ging wurde eine längere Rast eingelegt. Genüßlich wurden die letzten Vorräte verputzt, denn in Fort William warteten die anderen schon mit vollen Einkaufstüten auf uns. Danach wurden wieder die Karten gezückt, Streichhölzer verteilt und mit Allen zwei Runden Knack gespielt. Doch da uns der kalte Wind zunehmends auskühlte und auch das Ziel noch in weiter Ferne lag, brachen wir wieder auf.

Die letzten 12 km führten uns anfangs durch einen Wald der schon zur Kommune von Fort William gehörte. An einer Stelle war er auch frisch gerodet und die tiefen Spuren der riesigen Baumfäll-Fahrzeuge waren noch deutlich zu sehen. Der Weg durch den Wald schien kein Ende zu nehmen, auch die dort versteckten Anstiege waren ernüchsternd. Froh waren wir dann als wir am Ende des Waldes den "Ben Nevis" vor uns auftauchen sahen. Die Sicht war heute so gut, dass am gegenüberliegenden Berg sogar der Aufstiegspfad super zu erkennen war. Wie eine Perlenkette schlängelte er sich gen Himmel. Nun stand nur noch der Abstieg nach Fort William herunter an. Dieser führte auf einem breiten Forstweg entlang und diese letzten Meter bergab machten uns sichtlich allen Spaß. Schließlich war das Ziel schon zu erahnen und jeder wußte was er die letzten 10 Tage geleistet hat. Gedanklich spielte sich vermutlich auch nochmal der gesamte Film dieser Wanderung vor unseren Augen ab.

Unten im "Glen Nevis", eine der schönsten Täler Schottlands, führte der Weg über eine Koppel um dann die letzten 2-3km entlang der Straße Richtung Fort William zu führen. Der erste Sturm richtete sich dann auf die Toilette im "Ben Nevis Visitor Centre", an dem der Aufstieg zum "Ben Nevis" beginnt. Doch diese hatte bereits geschlossen. Wieder auf der Straße erreichten wir kurz darauf unser Basis-Camp mit den 3 Mädels und Eric direkt am River Nevis. Alles war in Ordnung und Sebastians Sorgenfalten verflogen sofort.

Auf den letzten 500m bis zum Endpunkt des "West Highland Ways" am Eingang von Fort William war die Gruppe dann wieder vereint. Am Endpunkt, an dem ein grünes Schild in typischer Distel-Form dem Wanderer zum erfolgreichen Erreichen von Fort William gratulierte, spielten sich dann unwirkliche
Szenen ab. "Joe", "Koopi" und "Erwin" brachen voller Erschöpfung zusammen und konnten die letzten 10m nur noch auf Knien und Händen absolvieren. Der Show-Effekt war unbeschreiblich. Nach dem obligatorischen Gruppenfoto wollten wir dann noch in den Supermarkt einkaufen gehen. Mit großer Freude entdeckte dann "Erwin" in einem Hotel unweit des Endpunktes des WHW unsere befreundete Gruppe aus Kanada. Sie waren gerade beim Abendessen und wir ließen es uns dann auch nicht nehmen diesen pikfeine Laden mit unseren dreckigen Schuhen zu betreten um jedem von ihm zum erfolgreichen Beendigung des West Highland Ways gratulieren. Ein "Good Job" und "Congratulation" gabs jedoch
auch von den rüstigen kanadischen Rentner für uns. Wir erfuhren, dass sie am nächsten Tag auch noch auf den Ben Nevis wollten und so verabredeten wir uns noch für morgen.

Der Tag ging dann nach dem Einkaufen und Abendessen spät zuende. Aber mit dem Erreichen von Fort William konnten unsere sieben glorreichen Helden wunderbar einschlafen. Aber auch die anderen Fünf waren wieder froh mit den anderen vereint zu sein. Die nächsten Tage sollte dann ein anderes Kapitel geschrieben werden.




11. Tag: Mo, 13.August 2005 Schwimmbad





12. Tag: Mo, 14.August 2005 Ben Nevis






13.Tag: Mo, 15.August 2005 Neptuns Staircase, West Highland Museum






14. Tag: Mo, 16.August 2005 Fort William - Glasgow - Prestwick






15. Tag: Mo, 17.August 2005 Prestwick - Möckern




Interaktive Karte

Erfahrt mehr über diese Wanderung, indem ihr auf die Nadeln klickt!


Legende:


Start & Ziel des West Highland Ways


Nachtlagerplatz


Rastpunkt


Fotopunkt


Wegpunkt

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