CPA Möckern
Christliche Pfadfinderinnen und Pfadfinder der Adventjugend


Schwarzwald/Elsass 2006

14.08. - 27.08.2006

Sommerlager im Schwarzwald
(14. - 27. August 2006)



In den Tagen vom 14. bis 27. August 2006 wurde es wieder richtig lebendig im kleinen verschlafenen Schwarzwalddorf Aischfeld/Busenweiler, denn in Hermanns Scheune tummelten sich in dieser Zeit 14 Möckerner Schwäne, die dort ihr Sommerlager verbrachten.
Nach dem Möckern am Sonntag Morgen mehr oder weniger pünktlich verlassen wurde und die Strecke quer durch Deutschland in Rekordzeit überwunden wurde, sprangen endlich angekommen gegen Nachmittag sechs quicklebendige Jungpfadfinder aus einen Friedensauer Hochschulbus und erkundeten das Gelände von Hermann und Anita Blochers Bauernhof, der uns die nächsten zwei Wochen als Ausgangspunkt unserer Entdeckungen dienen sollte. Zum Leidwesen ihrer drei mitgereisten Leiter waren die Jupfis sofort nach der Ankunft nicht mehr zu sehen, so dass das Ausräumen den wenigen, starken Händen überlassen wurde.


Zu unserer Überraschung wurden wir schon von zwei weiteren Schwänen erwartet, die eigentlich noch im benachbarten Ausland unterwegs sein sollten. Ein sechsköpfiges Pfadi/Scout-Gespann wollte nämlich die erste Woche dazu nutzen, eine Wander- und Entdeckungstour durch den Elsass zu machen, um erst in der zweiten Woche zur Schwarzwaldgruppe dazu zu stoßen. Im Vorfeld dezimiert durch Absagen, in Frankreich dann demotiviert durch Regen und umgeknickte Knöchel, mussten sie ihre Tour abbrechen, die Krüppel nach Hause schicken und sich selbst schon die Zeit bei Hermann und Anita vertreiben, bis wir endlich ankamen. Der restliche Sonntag wurde dann benutzt, um sich häuslich einzurichten und in die neue Umgebung einzuleben.


{mospagebreak title=Montag - Mittwoch}
Am Montag besuchte uns dann ein Freund, der uns anderthalb Wochen nicht mehr verlassen wollte: es find an zu regnen. Diese Umstände zwangen uns dazu, diesen Tag indoor zur verbringen, was für Pfadfinder das Schlimmste überhaupt ist, und unsere sämtlichen Schlecht-Wetter-Spiele zu killen. Aufgeheitert wurde dieser Tag nur durch das leckere Essen, was sich dank Maggis Kreativität durch beide Wochen zog, und die Ankunft von drei Nachzüglern, die lieber am Sonntag ausschlafen wollten und daher den späten Montag Nachmittag als Anreisealternative nutzen.



                                           In der Küche hilft jeder wie er kann


Am Abend lernten die Teilnehmer etwas kennen, was Friedensauer Studenten gerne deutsche Ordnung und Organisation nennen nämlich die Regelung sämtlicher Lebensbereiche. Die Tür zur Küche wurde innerhalb kürzester Zeit mit CPA-Leitspruch, CPA-Motto, Pfadfinderversprechen, Pfadfindergesetz (diese vier Bereiche dienten aus als Stoff für unsere allabendlichen Andachten), Veranstaltungsplan, Abwaschplan und Essensplan dekoriert. Regeln wurden mehr oder weniger gemeinsam aufgestellt. Zur Verwunderung des Gesamtgruppenleiters fand die Einführung eines verpflichtenden Hygieneplanes (das heißt eine tägliche Dusche pro Person Pflicht) keine breite Zustimmung und wurde so fallen gelassen.


Friedensauer Student


Auch eine andere Institution wurde eingeführt, die uns fast genauso lange begleitete, wie der Regen: das "Gute-Tat"-Spiel. Jeder Teilnehmer zog sich für den Folgetag den Namen eines anderen Teilnehmers. Diesem durfte er dann eine unauffällige gute Tat tun. Am Abend durfte gerätselt werden, wer dem wem eine gute Tat getan hätte. Als sich die Kreativität der Teilnehmenden allerdings in Süßigkeiten verschenken, Schlafsack richten und Abwaschen erschöpfte, wurde das Spiel in die Freiwilligkeit jedes Einzelnen übergeben. [Anmerkung: der Gasamtgruppenleiter weigert sich bis heute, das Spiel als gescheitert zu betrachten.]


Schuheputzen als gute Tat

Da das Wetter sich am Dienstag und Mittwoch nicht wirklich besserte, nutzen wir die Vormittage den insgesamt sehr lernwilligen Jupfis und Pfadis Pfadfinderwissen beizubringen. Die Nachmittage gestalteten sich in ersten zaghaften Annäherungsversuchen mit der Umgebung (während den Regenpausen) und kreativen Spielen (außerhalb der Regenpausen). Unvergesslich bleiben sicherlich Spiele wie das Professorspiel oder das Zwerg-Hexe-Riese-Spiel oder das Bomben-Spiel.


"Zwerg-Hexe-Riese"-Spiel

{mospagebreak title=Donnerstag - Samstag}

Überdrüssig von der Macht des Regens und den sich zu wiederholen beginnenden Spielen machte Gruppe am Donnerstag trotz nassen Wetters ihren ersten Ausfall in die Umgebung. Während ein winziger Teil am Baumhaus weiterbaute, versucht sich der Großteil mit Karte und Kompass herumzuschlagen. Dabei wurde deutlich, dass die Gruppe sehr an ihrem Gesamtgruppenleiter hing. Als er zurückblieb, um Frank beim Baumhaus zu helfen, blieb die Gruppe mitten beim Wandern steht und bewegte sich (ab)wartend eine dreiviertel Stunde nicht weiter bis man schließlich die Wanderung abbrach, zurückkehrte und dem Baumeister und seinem Handlanger beim Arbeiten zusah.

Am Freitag fand nichts Erwähnenswertes statt. Streichen wir doch diesen Tag aus unserer Erinnerung, wenn es nicht schon geschehen ist.

Der Sabbat wurde am Vormittag gottesdienstlich begangen. Zuerst lauschte die Gruppe einer Andacht, bevor sie in zwei Gesprächskreisen selbst zum Thema Sabbat aktiv wurde. Den Abschluss bildete die Predigt, die wir in der Kapelle der örtlichen Adventgemeinde hören durften. Den Nachmittag gestalteten wir zusammen mit der örtlichen Pfadfindergruppe um Bruno Gelke, der so nett war und unsere Horde am Abend noch zu sich nach Hause zum DVD gucken einlud.


Teezeit mit der CPA Gruppe im Ort


{mospagebreak title=Sonntag - Montag}
Der Sonntagvormittag wurde allgemein zum Ausschlafen genutzt. In der Zeit um Mittag machte sich die wiedererstarkte Frankreich-Truppe bestehend aus Frank, Evgenij und Sascha bereit, das Elsass zu erklimmen. Sie wurden am Nachmittag in Alpirsbach am Bahnhof ausgesetzt und erst wieder am Freitag eingesammelt.


Ausschlafen


Die Gruppe dagegen startete ihre erste Erkundung auf eine nahe gelegene Burg. Neben Im Kreis laufen und Handy verlieren bot sich auch genügend Raum, um waghalsige Klettermanöver zu unternehmen. Zum aufgeforderten Sicherstellen der baden-württembergischen Flagge ist es aber leider nicht gekommen.

Für den Rest der Gruppe fand am Sonntagabend ein Nachgeländespiel statt. Johannes rannte stark getarnt durch den angrenzenden Wald, gejagt von drei sich rivalisierenden Gruppen. Als Mitternacht das Spiel abgepfiffen wurde, triumphierte verdient die Mädchenmannschaft vor den beiden Jungstruppen.

Nachdem man sich am Montagmorgen erholt hatte, wurde der Nachmittag genutzt, um Ausflüge in das weitere Umland zu unternehmen. Sulz am Neckar wurde zum Bummeln und Einkaufen genutzt, die angrenzende Burgruine erstürmt und das Burggelände auskundschaftet. Dort muss wohl tags zuvor eine wilde Fier stattgefunden haben. Davon zeugten jedenfalls die liegengebliebenen Gegenstände. Tief im Dickicht wurde zum Schluss der in der Luft schwebende Baum besichtigt und danach die Heimreise angetreten.

{mospagebreak title=Dienstag - Mittwoch}

Am Dienstag fand der heiß ersehnte Verkehrte Welt Tag statt. Alle Leiter legten ihre Schnüre ab und nahmen die Position von Teilnehmern an. Die Kids dagegen durften für einen Tag die Leiter sein, unsere pädagogischen Fehler berichtigen und uns ihre Erziehungsmethoden verdeutlichen. Nachdem man nach dem Frühstück auf beiden Seiten die ersten Illusionen verloren hatte, wurde der Tag durch eine Schnitzeljagd eingeleitet, die von den Jupfis sehr gut vorbereitet wurde. Er folgte ein sehr reichhaltigen und leckeres Essen, sowie ein Ausflug auf den Golfplatz. Natürlich nicht um zu Spielen, sondern um liegen gebliebene Golfbälle zu klau ... ähm um sie sicher zu stellen. Am erfolgreichsten dabei war sicherlich ein gewissen J.K. aus M., der um die 20 Bälle auf teilweise selbstzerrstörerische Art und Weise in seine Obhut nahm.


Golfballstapeln


Eine Erkundung jagte nun die nächste. So stand am Mittwoch ein weiterer Ausflug auf dem Plan. Freudenstadt hieß das Ziel. Zuerst wurde eine Art Technikmuseum zum Selbstausprobieren entdeckt [Man verzeihe dem Autor seine Vergesslichkeit. Ich hab keine Ahnung mehr, wie das Ding hieß.] Jupfis ließen ihre Schatten an die Wand brennen, erkundeten Luftströme, bauten Brücken, testeten den Schall, die Schwerkraft, ihre Geschicklichkeit und zeigten, wie wunderbar man sich selbst beschäftigen kann zur Freude ihrer Leiter. Die hatten nämlich nichts besseres zu tun, außer aus Magneten, Büroklammern und Schraubenmuttern ihren geliebten Gesamtgruppenleitern nachzubilden.
Danach wurde ausgiebig das örtliche Schwimmbad inspiziert. Nachdem einem nach knapp drei Stunden Schwimmhäute gewachsen waren, verließ die Gruppe Freudenstadt auf dem Weg nach Hause.

{mospagebreak title=Donnerstag - Sonntag}

Der Donnerstag wurde von einer Ganztageswanderung umrahmt. Zuerst stand die Besichtigung eines Schlosses auf dem Plan. Das war aber leider geschlossen. So verhalf man sich mit der Besichtigung einer mittelalterlichen Bierstube, Minigolf, Parkbesichtigung, Spielplatznutzung und lästernden Bemerkungen über sogenannte moderne Kunst. Danach waren unsere Pfadis an der Reihe. Sie durften uns mit Karte und Kompass Schluchten entlang führen. Sicherlich ist dem einen oder anderen während der Wanderung die Idee gekommen, vom rechten Weg abgekommen zu sein spätestens dann, als man durch mannshohen Farn wandern musste, wo eigentlich ein Weg sein sollte. Nach drei oder vier Mal Verlaufen gaben die Jungs endlich auf und man wanderte den direkten Weg nach Hause zurück.


Wenn das mal der richtige Weg ist...


Freitag war unser letzter Ausflug geplant. Die einen rafften sich auf und holten unsere drei Frankreich-Jungs auf dem Hartmannsweilerkopf ab doch nicht bevor man den französischen Soldatenfriedhof und das Schlachtfeld des Ersten Weltkrieges genauestens unter die Lupe genommen hatte. Die Rückfahrt sorgte für einiges an Belustigung vor allem, wenn man kein französisch kann. Ich sag nur Rappel und Wattwiller!
Derweilen suchte der Großteil der Gruppe in Freiburg ein Schwimmbad. Nach zwei erfolglosen Versuchen fand man dann endlich eins. Zwar war das jetzt nicht so prickelnd, wenigstens wurde man aber nass. Den Rest der Zeit verbrachte die Gruppe dann im nahegelegenen Park bevor sie von den Wanderern wieder eingesackt wurden.

Der Samstag stand wieder im Zeichen des Gottesdienstes. Schmidti bot sein Bibelquiz dar, danach folgte der Besuch des Gottesdienstes, bevor uns der Nachmittag durch Bruno und seine Truppe versüßt wurde.Als die Sonne sich zu neigen begann, war dann kein Halten mehr. Es wurde fleißig gepackt und geputzt, der wagen mit allem Unnötig beladen. Die Dunkelheit wurde ausgenutzt, um sich durch die Bilder die zwei schönen Wochen Revue passieren zu lassen, unser Geschenk an Hermann und Anita loszuwerden (ein selbstgemachter Bilderrahmen mit handgemaltem Schwänelogo) und das Festessen zu verspachteln.

Sonntag ging es dann in aller frühe nach Hause, so dass man am frühen Nachmittag wieder heimischen Boden betreten konnte.

{mospagebreak title= Fazit}

Welche Erinnerungen bleiben nach?

Da wäre sicherlich die Verletzung des alternden Gruppenleiters, der in einem selbstmörderischen Akt versuchte, allen Sicherheitsmaßnahmen gerecht zu werden und sich dabei fast den Fuß brach. Der doch nur Verstauchte wurde dann durch die liebevollen und samtzarten Hände von Joe und Frank einbalsamiert und einbandagiert; die Szenerie dennoch benutzt, um schauerliche Fotos zu machen.
Erinnerungswürdig sind sicherlich auch die Spitznamen. Der eben Erwähnte kassiert sich den Krüpplon, Paul den Hässlon, der Gesamtgruppenleiter weiterhin Mr. Anderson und Flanders und zu Sascha darf ich es nicht mehr sagen. Dieser übrigens schockierte uns alle. In der zweiten Woche bekam nämlich der schreckhafte Gesamtgruppenleiter die Nachricht, dass Sascha in Frankreich beim Wandern in eine Felsspalte berutscht sei und man jetzt unbedingt Manpower bräuchte, um ihn da wieder herauszuholen. Nach zahlreichen Anrufen hin und her entpuppte sich dies allerdings als böser Scherz. Schande über euch!!!

Unvergessen bleiben sicherlich aus die zwei Wetter nach Jackass-Manier. Da ich nicht zu viel erwähnen darf, sag ich nur Apfelschorle, 10 Eier und die Tonne!

Fliegen hatten es übrigens in unserer Gruppe sehr schwer. Dank sei hier Joes ewig geschärften Messer und Maggis wutentbrannten Fliegenklatschorgien sobald die Sonne untergegangen war.

Bleibt nur zu sagen: Es war echt schön und wir haben das Beste draus gemacht.

GUT PFAD!!!